Der gravierende Unterschied
Konzerte sind eine tolle Sache. Tausende von Menschen zwängen sich in eine enge, stickige, heisse Halle, mit nur einem Ziel vor Augen: Die Bühne, und somit zwangsweise ein Blick auf die Lieblingsband. Wir Menschen sind leider so gestrickt, dass wir "Action" brauchen. Also muss auch auf der Bühne "Action" passieren. Während es früher gereicht hat, ein lautes, herzliches "Hallo Leute" zu rufen, um die Halle zum toben zu bringen, muss heute der Sänger mindestens einmal brennen, die Gitarren dreimal kaputt gehen und der Keyboarder zweimal ins Publikum springen. Nun, es gibt da zwei Bands, die unterschiedlicher sind, als es kaum möglich ist. Die einen heißen "Wolfsheim", stammen aus Deutschland. Zwei Personen, introvertiert und ruhig. Das höchste der Gefühle ist ein "Danke, vielen lieben Dank." Die andere Gruppe heisst "Nine Inch Nails", wild, robust und leicht brennbar. Um die richtig Action zu bekommen, geht der Sänger bereits unglaublich entspannt auf die Bühne. Es wird gerufen, geschrieen, Höschen geworfen und umgefallen. Bei Wolfsheim ist lediglich einer umgefallen, und das aufgrund der stickigen Luft. Höschen wurden bei ihnen noch nie auf der Bühne gefunden, im Gegenteil. Durch die sehr zerbrechlich wirkende Art des Sängers befürchtet man, ihn könne ein netter Stringtanga so schockieren, dass er zusammenbricht und nicht weiter singen kann. Aus jenem Grund behalten die Fans ihre Wäsche da, wo sie auch hingehört.
Auch der gravierende Unterschied der beiden Bands liegt im Entspannungsfaktor. Während der Sänger der Nine Inch Nails bereits vor dem Konzert alles weibliche der ersten beiden Reihen entjungfert hat, versucht der Sänger von Wolfsheim sich anhand einer Schachtel Kippen zu befriedigen und entspannen. Während Wolfsheim keine Pausen einlegt, werden diese bei den NIN gross geschrieben. Schliesslich gibt es da noch eine dritte und vierte Reihe, die ebenfalls entjungfert werden muss. Letztendlich, während Heppner (Sänger von Wolfsheim) gegen Ende des Konzertes unter gravierendem Nikotinmangel leidet, sucht sich Reznor bereits seine "Apres-Konzert-Jungfrauen" aus, die er schliesslich vor der Zugabe noch haben möchte. Auf die Zugabe lassen bekanntlich Bands gerne warten. Während Reznor sich seine Hosen noch hochziehen muss, saugt Heppner gierig an der ersten Zigarette danach. Natürlich ist die Zugabe unglaublich entspannt. Es geht ordentlich ab auf der Bühne. Während Reznor weitere Jungfrauen ausfindig macht und flirtet, was das Zeug hält, hat auch Heppner den Höhepunkt der Entspannung erreicht. Breitbeinig steht er vor seinem Mikrofon. Doch auch der Rest der Band, die natürlich bei weitem nicht an die Sänger rankommen, wippen selbstzufrieden. Natürlich findet sich bei den NIN genügend Jungfrauen, um auch den Rest des Teams damit auszustatten. Und auch der Keyboarder von Wolfsheim genehmigt sich vor der Zugabe ein entspanntes Zigarettchen, um schliesslich selbstzufrieden und verträumt sein Keyboard zu poppen. Je näher das Ende der Zugabe rückt, desto lockerer werden alle Bands. Während sich NIN auf weitere Frauen freut, liegt die Freude von Wolfsheim in einer gemütlichen Schachtel Zigaretten und einem feinen kalten Bier. Und während NIN mit einige jungen Frauen, die noch viele Jahre als Minderjährig durchgehen, im Arm zum Tourbus schlendern, erfreuen sich Wolfsheim an leckeren Tabakwaren.
Das Konzert von den NIN ist bei weitem aufregender, schliesslich kann man als Frau niemals wissen, ob man wirklich durch den Haupteingang die Halle wieder verlassen kann. Bei Wolfsheim jedoch ist klar: Nur der Haupteingang kommt in Frage.
Stellt sich nur die Frage: Würde Wolfsheim genauso schräg werden wie NIN, wenn auch sie dem Hobby "Massenentjungferung" fröhnen würden? Und wäre NIN weitaus nervöser, wenn sie ihrem Hobby abschwören würden?
Nun, beiden kann ein bißchen etwas vom anderen nicht schaden. Und wir kennen ja alle den Spruch "Eine Zigarette verkürzt das Leben um 3 Minuten. Einmal Sex verlängert das Leben um 5 Minuten. Raucher - fickt um euer Leben."
Mit lieben Gruß
Eure Nala
Diesen Text habe ich zum erstem Mal im Forum von Wolfsheim.net gelesen, kurz nach Veröffentlichung der "Casting Shadows". Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.klartextsm.de